MEINE PHILOSOPHIE

Wir wissen mittlerweile von der gesundheitsfördernden Wirkung des Orientalischen Tanzes: Über die Steigerung der Beweglichkeit des Körpers, von Geschmeidigkeit und Kraftentwicklung; darüber, dass Zeugung, Schwangerschaft und Geburt erleichtert werden; und Kombinationsfähigkeit, Gedächtnis, Kreativität, Gefühlsausdruck und Wahrnehmungsfähigkeit sich steigern und sich Selbstbewusstsein ganz nebenbei einstellt.

Die Wurzeln des O. T. reichen sehr weit, bis in vorchristliche Zeiten zurück, d. h. die ersten Tanzbewegungen überhaupt müssen den heutigen Grundbewegungen des O.T. ähnlich oder sogar gleich gewesen sein, da sie die Fruchtbarkeit von Mutter Erde und ihren Lebewesen zelebrierten. Es gibt heute noch Kulturen, in denen Frauen mittels rhythmischer Trommelbegleitung ihre Kinder selbstbewusst und aufrecht - auf natürliche Weise - durch kreisende Beckenbewegungen zur Welt bringen. Der O.T. ist also in seinem Ursprung weiblicher Natur. (Das sollte Männer nicht abschrecken die gesundheitlichen Vorteile für sich zu nutzen. )

Auch die orientalischen Rhythmen lassen sich sehr weit zurückverfolgen, was sich z.B. in der Aussage wiederspiegelt, dass schon Aphrodite auf dem Chiftetelli-Rhythmus getanzt haben soll.

Mit Aufkommen des Christentums verschwanden die lustbetonten Tanzbewegungen in Europa. Glücklicherweise konnte sich der O.T. in den orientalischen Ländern erhalten. Im Mittelalter erfuhr er nochmals eine Verbreitung von Indien ausgehend über Persien und die Türkei bis zu uns durch reisende Zigeunerinnen. Bei genauer Betrachtung bestimmt „Frau sein“ bei den orientalischen Frauen und Zigeunerinnen noch das Leben!

Was bedeutet „Frau sein“ bzw. welche Eigenschaften sind weiblicher Natur?? - Frauen sind nicht kontrollierbar, chaotisch, stimmungsschwankend (abhängig vom zyklischen bzw. rhythmischen Geschehen). Ihre Potenziale sind Kreativität, Flexibilität, Lösungsorientiertheit, Multifunktionalität und Fantasiefülle. Das Nacheifern männlicher, statischer Prinzipien wie immer fit sein, immer gleichgelaunt sein, berechenbar sein entspricht nicht ihrem Wesen und macht auf Dauer krank. Zur Lösung der Probleme unserer Zeit bedarf es auch dieser weiblichen Qualitäten. Rhythmisch leben - also sich auf beide Pole einlassen und diese in Beziehung halten, würde auch zur Verbesserung unserer Beziehungsprobleme beitragen.

Denn darum geht es doch, wenn wir uns wieder diesem uralten Tanz mit seinen sinnlich lasziven Bewegungen zuwenden. Um die Wiederaufwertung und die selbstverständliche Integration, das Leben und Erleben von Weiblichkeit mit all ihren Facetten: Ruhe und Gelassenheit kultivieren, einen sorgfältigen Umgang mit Ressourcen pflegen, sich selbst gut nähren und versorgen und die kleinen unscheinbaren Dinge des Alltags mit Freude erledigen; Fruchtbarkeit, Lebendigkeit, das sehen und genießen, was bereits vorhanden ist, anstatt sein Lebensglück von zukünftigem Reichtum abhängig zu machen…..

Es geht um die „Lebens“grundlage in Form des Rhythmus, der jede Sekunde unseres täglichen Lebens bestimmt. Es geht um Yin und Yang, also um beide Qualitäten, wobei das eine ohne das andere nicht existieren kann! Leben funktioniert genau durch das Miteinander dieser beiden Gegensätze, die es gilt “in Beziehung zu halten“.

Rhythmus findet sich in der Gestaltung unseres Alltags wieder, in Prozessen der Natur, wie dem Werden und Vergehen, symbolisiert in den vier Jahreszeiten, in den Körperprozessen, wie z. B. der Atmung, dem Ein- und Ausatmen, im Kosmos, aus dem alle Rhythmen überhaupt erst entstehen.

Die Rhythmen und Tanzbewegungen, auf die ich mich beziehe, stammen bisher aus dem orientalischen, griechischen, lateinamerikanischen, und österreichischen Raum. Die Auswahl beginnt beim einfachen 1/4 bis zu einem komplexeren Rhythmus, der als „Balsam für die Seele“ beschrieben wird. Die Rhythmen sprechen jeweils sehr unterschiedliche Gefühlsqualitäten an.